// JURI JANOVSKI

Manche Ideen beginnen bei Menschen, deren Namen noch niemand kennt.

Ich bin Juri. Ich baue Lernwelten, Software und Systeme rund um Vertrauen, Sicherheit und künstliche Intelligenz. Vieles davon ist nicht fertig. Nichts davon ist nur eine Idee geblieben.

Diese Seite ist kein Schaufenster. Sie ist der Eingang zu einer Werkstatt, in der noch gearbeitet wird. Manches darin kannst du heute benutzen. Anderes ist eine Frage, an der ich seit Monaten sitze.

// Warum ich baue

Ich frage nicht, welche Lösung man nimmt.

Ich frage, warum das Problem überhaupt so gebaut sein muss.

Das ist keine Pose. Es ist die einzige Art, wie ich denken kann. Ich sehe etwas im Alltag, eine Wartezeit, eine Tür, einen Fehler, einen Satz, den jemand beiläufig sagt, und dann kippt es. Warum muss man überhaupt anklopfen? Warum darf „unbekannt“ kein echter Zustand sein, sondern gilt sofort als Nein oder als Ja? Warum muss ein Mensch erst drei Programmiersprachen lernen, wenn die Logik darunter immer dieselbe ist?

„Ich wäre früher Philosoph geblieben. Jetzt kann ich aus meinen Bildern etwas bauen.“

Ich bin nicht der Mensch, der zuerst die Syntax kennt. Ich bin der, der zuerst das Bild sieht. Eine Tür, eine Mauer, ein Wächter, ein Zustand, der sich verändert und trotzdem derselbe bleibt. Früher war das für mich ein Nachteil. Heute ist es der Anfang von allem, was hier steht, weil sich Bilder übersetzen lassen, wenn man geduldig genug ist.

Und ich will dabei ehrlich bleiben. Eine starke Metapher ist kein Beweis. Ein schöner Satz macht ein System nicht sicher. Deshalb steht auf dieser Seite überall auch, was noch nicht geht.

„Ich will kein Geld anhäufen. Ich will Unabhängigkeit.“

// Die Haltung darunter

Vier Sätze, die in jedem Projekt wieder auftauchen.

Ich habe sie nicht vorher aufgeschrieben. Sie sind mir aufgefallen, als ich gemerkt habe, dass ich immer wieder dasselbe baue.

Wissen

Wissen soll zugänglich machen, nicht sortieren. Wer etwas nicht versteht, hat meistens keine schlechte Auffassung. Es hat es ihm nur nie jemand so gezeigt, dass er sich dabei nicht klein fühlen musste.

Technik

Technik soll schützen. Nicht überwachen, nicht binden, nicht verwalten. Ein Werkzeug, das dich braucht, damit es sich rechnet, ist kein Werkzeug.

Systeme

Systeme sollen nachvollziehbar sein. Wenn ein Computer etwas tut, will ich sehen können, warum er es durfte. Und ich will einen Weg zurück, wenn er es nicht durfte.

Menschen

Menschen sollen dabei stärker werden, nicht abhängiger. Das ist der Punkt, an dem ich die meisten Produktideen wieder verworfen habe.

// Was ich baue

Jedes davon hat mit einer menschlichen Situation angefangen.

Nicht mit einer Technologie. Deshalb erzähle ich sie auch so.

Lernen

Mein Lernstudio

„Vielleicht bist du nicht schlecht im Lernen. Vielleicht hat dir bisher nur niemand etwas so erklärt, dass du dich dabei nicht klein fühlen musstest.“

Offen, du kannst es heute benutzen

Ich wollte den Moment bauen, in dem aus „das kann ich nicht“ ein „warum hat mir das nie jemand so gesagt“ wird. Man lernt darin nicht Vokabeln über Computer, man schaut ihnen beim Denken zu, bis der eigene Kopf mitmacht. Vom ersten Bit bis zu Dingen, die man danach wirklich selbst baut.

Es gibt bewusst keine eingebaute künstliche Intelligenz, die dir die Antwort verrät. Du sollst es selbst können, wenn du fertig bist.

mein-lernstudio.com

Deine Schlüssel

Tresor

„Ein Programm für deine Zugänge, das nichts von dir will. Kein Konto, kein Abo, keine Cloud. Und wenn ich morgen verschwinde, funktioniert es weiter.“

Veröffentlicht, quelloffen, kostenlos

Es hat mich geärgert, dass man für die einfachsten Dinge inzwischen ein Konto braucht. Für etwas, das nur auf deinem eigenen Rechner liegen muss. Also habe ich es gebaut, verschlüsselt, offline, und den Quellcode offengelegt, damit niemand mir glauben muss.

Was es kann und wo seine Grenze liegt, steht dort offen dabei. Es schützt eine gestohlene Datei. Es schützt dich nicht vor einem Rechner, auf dem schon jemand anderes sitzt.

Was es tut und was nicht

Post

HALVETH Seal

„Unsere E-Mail ist älter als viele Menschen, die sie täglich benutzen. Trotzdem vertrauen ihr Ämter, Kanzleien und Familien Dinge an, die niemals in falsche Hände dürfen.“

Frage und Bauplan, noch kein Produkt

Manche wollen die E-Mail deshalb abschaffen. Ich frage etwas anderes: was wäre, wenn wir ihr endlich das Vertrauen geben könnten, das wir ihr längst entgegenbringen. Ohne dass der Empfänger ein weiteres Konto anlegt, ein Zertifikat versteht oder ein Passwort per Telefon durchgibt.

Empfangen soll kostenlos bleiben. Das ist für mich keine Preisfrage, sondern der Kern. Sicherheit, die nur der Absender bezahlt, ist keine Sicherheit für alle.

Die Frage im Detail

Erinnern

HALVETH Atlas

„Wir besitzen immer mehr Dateien und finden immer weniger. Wissen verschwindet nicht, weil es gelöscht wurde. Es verschwindet, weil niemand mehr weiß, wo es liegt.“

Kern gebaut, Suche noch nicht benutzbar

Ich habe angefangen, weil ich meine eigenen Sachen nicht mehr gefunden habe. Dokumente, Notizen, Verträge, Belege, alles da und alles unauffindbar. Atlas soll aus einem digitalen Keller wieder ein Gedächtnis machen, das dir sagen kann, woher es etwas weiß.

Der Unterbau steht und ist geprüft. Suchen kann man damit noch nicht. Das ist der ehrliche Stand.

Wo es wirklich steht

Sprechen

AION Root Bridge

„Mit einem Computer zu sprechen ist leicht. Ihm zu vertrauen, wenn er handelt, ist schwer.“

Bauplan steht, Prototyp offen

Ich will nicht mehr tippen. Ich will sagen, was passieren soll. Aber kein gesprochener Satz darf direkt zu einem Befehl werden. Dazwischen gehört etwas, das erst versteht, dann zeigt, was es verstanden hat, dann fragt, und erst danach handelt. Mit einem Weg zurück, falls es doch falsch war.

Der Unterschied ist klein und entscheidet alles: die Maschine übersetzt Bedeutung in einen engen Vertrag, nicht in Macht.

Wie das gedacht ist

Zusammen gültig

Project Big Bang

„Heute baut jeder seine eigene Festung und seine eigene Wahrheit. Ich beginne bei einer anderen Frage: was wäre, wenn viele unabhängige Systeme gemeinsam gültig sein könnten, ohne dass eines blind über alle anderen herrscht?“

Forschung, auf meinem Rechner gezeigt

Das ist der Teil meiner Arbeit, der am weitesten von einem Produkt entfernt ist und mir am meisten bedeutet. Es geht um Zustände, die sich ständig ändern und trotzdem beweisen können, dass sie noch gültig sind. Und darum, dass „unbekannt“ ein ehrlicher dritter Zustand sein darf, nicht heimlich ein Ja.

Was gezeigt ist und was nicht

// HALVETH

Fünf Projekte, die alle dieselbe Frage stellen.

Durfte diese Veränderung überhaupt wirklich werden? Ich habe lange gebraucht, um zu merken, dass ich fünfmal an derselben Sache arbeite.

Der Wächter

Ein Virenscanner fragt: kenne ich das schon? Ich frage: durfte das passieren? Und wenn nicht, gibt es dann einen Weg zurück, der wirklich funktioniert und nicht nur behauptet wird.

HALVETH Defender

Die Entfernung

Von überall arbeiten klingt nach Freiheit. Meistens heißt es, dass Bildschirm und Zugänge durch Systeme laufen, die dir nicht gehören. Ich untersuche, wie Nähe entsteht, ohne dass Vertrauen unterwegs verloren geht.

HALVETH Remote

Der Beweis

In vielen Systemen gilt eine Änderung als wahr, sobald sie technisch durchgelaufen ist. Auch wenn später niemand mehr sagen kann, ob sie erlaubt war. Ich untersuche, ob man das eine vom anderen trennen kann.

Finality Integrity

Das rote Zimmer

Ich baue mir einen abgeschlossenen Raum, in dem ich meine eigenen Behauptungen angreife. Nicht um zu beweisen, dass ich recht habe. Um früh zu merken, wenn ich es nicht habe.

Internes Labor, ohne Verbindung nach außen

Keines dieser fünf Projekte behauptet, dich heute zu schützen. Sie behaupten, eine Frage sauber zu stellen und ihre eigenen Grenzen zu kennen. Das ist weniger, als Sicherheitswerbung verspricht, und es ist alles, was ich belegen kann.

// Forschung und offene Fragen

Woran ich denke, wenn niemand zuschaut.

Ich glaube, dass Wirklichkeit weniger aus Dingen besteht und mehr aus Zuständen. Aus dem, was gerade gilt, und aus dem Übergang zum Nächsten. Ich habe versucht, dieses Bild in Modelle zu übersetzen, die man anschauen und angreifen kann.

Es ist eine Hypothese. Keine Theorie, nicht begutachtet, keine physikalische Aussage und keine religiöse. Ich schreibe das so deutlich, weil ich gesehen habe, wie schnell aus einem schönen Gedanken eine Behauptung wird. Sie hat aber einen praktischen Kern, und der ist mir wichtig: fast jede Software, die ich baue, dreht sich um Zustände, Übergänge und die Frage, wer den Übergang erlauben darf.

Daneben gibt es einen Teil meiner Arbeit, der Geld verdient und deshalb hier nur kurz vorkommt. Ich habe Software für Agentur, Vertrieb und Versicherungsberatung gebaut, mit Kundenakten, Verträgen, Aufgaben und Nachvollziehbarkeit. Für mich sind das keine Produkte, sondern Studienobjekte, weil man dort sehen kann, wie echte Abläufe wirklich aussehen, bevor man Systeme darüber baut. Fremde Kundendaten bleiben, wo sie hingehören, und tauchen hier nicht auf.

Nicht alles hier ist fertig. Das ist kein Fehler dieser Seite. Es ist der Grund, warum sie existiert.

  • Vier meiner Projekte sind heute eine sauber gestellte Frage mit einem Bauplan. Kein Programm, das du starten kannst.
  • Bei einem davon ist der Unterbau geprüft, aber die Funktion, für die es gedacht ist, gibt es noch nicht.
  • Meine Sicherheitsarbeit ist auf Fällen gemessen, die ich selbst gebaut habe. Wie sie sich draußen verhält, weiß ich nicht.
  • Kein einziges dieser Systeme wurde von jemand anderem als mir geprüft. Ein unabhängiges Audit gibt es nicht.
  • Meine Forschung ist eine Hypothese und bleibt es, bis jemand sie widerlegt oder stützt.
  • Ich arbeite allein. Das macht manches schnell und manches unmöglich.

Ich könnte das verstecken. Es würde nach mehr aussehen. Aber dann müsste ich mich später herausreden, und ich baue diese Dinge gerade deshalb, weil ich glaube, dass Systeme nachvollziehbar sein sollen. Das fängt bei dieser Seite an.

// Über mich

Ich habe nicht als Entwickler angefangen. Ich habe angefangen, indem ich Menschen zugehört habe.

Ich arbeite hauptberuflich in der Arbeitsvermittlung und berate Arbeitgeber. Vorher habe ich Menschen in schwierigen Lagen beraten, mit allem, was daran hängt: Formulare, Fristen, Existenzangst, Scham. Man lernt dort etwas, das man in keinem Kurs bekommt. Man lernt, wie ein Ablauf sich anfühlt, wenn er für den Menschen davor nicht gemacht ist.

Deshalb fange ich bei Software immer bei der Situation an und nicht bei der Technologie. Und deshalb reagiere ich empfindlich, wenn ein System jemanden dümmer aussehen lässt, als er ist.

Ich habe mir das Programmieren selbst beigebracht und lerne weiter, während ich baue. Meine Projekte sind auch mein Unterricht. Wer hier veraltete Stellen findet oder einen Denkfehler, darf mir schreiben. Das ist keine Höflichkeitsformel, das ist der schnellste Weg, wie das alles besser wird.

Wenn dich eine dieser Fragen nicht loslässt, schreib mir. Auch wenn du anderer Meinung bist. Besonders dann.

Kein Formular, kein Tracking, keine Newsletter. Eine E-Mail reicht.